Superplan präsentiert
MARK GMEHLING: "Plastic Bling"
Contemporary Drinsch
Charakterwahnsinn von Mark Gmehling
Vernissage: Freitag, 07. Mai 2010 um 20:00 Uhr.
Ausstellungsdauer: 08. Mai bis 23. Mai, 2010.
Adresse: Superplan, Gärtnerstr. 33A, 10245 Berlin
Öffnungszeiten: Mi-Fr. 14-20 Uhr, Sa+So. 14-18 Uhr
SOUL MARKETING (Luiza S. Turrini)
Trendige Farben, einfache Kombinationen aus Schwarz und Gelb. Rollerskates an 80er Hightops, Nike-Style. Finger, die am Ende von zu DNA-Spiralen verdrehten Armen V für Victory zeigen. Mark Gmehling zeigt Gummiwesen, eine Quasi-Menschheit, betrachtet durch einen Filter aus psychedelischen Drogen, der verwirrt und doch enthüllt. Gliedmassen bilden ein fliessendes Kontinuum, frei von Artikulation wirken sie wie Muster des Spielzeugs der letzten Generation. Eine wilde Kreatur im Strohrock, Knochen durch die Nase, mit mannsgrossem Messer und Gabel, den Werkzeugen des fortschrittlichen Kanibalen. Ein Guru mit 60er Haar- und Barttracht, gekleidet in elegantes, graues Carhartt-artiges Schottenmuster. Seine Yogapose findet sich wieder in der Gürtelschnalle und wiederholt sich in der Inschrift auf seinen Armen: "Forever and Ever". Adidas und Run DMC Ketten, die Glieder verwoben wie Ringstrassen, das Logo von New York. Ein weisses Totem mit indianischem Federschmuck. Flexible Arme, gebogen wie Wasserrutschen. Schwarze Fingernägel, Mittelfinger, ein Flaschengeist aus einer Farbtube mit Sneakers, die zu Bischoffs Mitren werden. Eine grüne Kreatur mit Saugnapf-Tentakeln und Spitzenkragen. Ein Chicano in Unterhosen, Unterhemd, Flipflops und Socken. Ein kugelrunder Schweinegeist, der aus einer McDonalds Frittenschachtel kommt.
Gmehling zeigt eine formlose Menschheit, erkenn- und identifizierbar nur durch markante Zeichen der Mainstream- und Alternativmode. Er arbeitet mit Stereotypen: der funky Rollerskater, der halbstarke Chicano, der reiche Strassenguru, der gummiartige Breakdancer, der Hohepriester des Writing, der höllisch rote Heavy Metal Freak, der heilige Mann der Kampfkunst, der Geist des verstärkten Konzerts. Die Prototypen des coolen Gestus stellt Gmehling an den Pranger: Rauchen, Fotografieren, Sehen und Gesehen werden. Seine Serie Prosecco Gläser haltender Geschöpfe scheint die Fauna derer zu durchleuchten, die für gewöhnlich Vernissagen bevölkern: der Fan von Fetisch und Körpermodifikation, der Burroughs Veteran, gelb und von Ameisen bedeckt, der Neo-Tribal Typ, die Paris-Hilton-hafte
Tussi mit goldenen Knöpfen und blondem Haar, die gepiercte Femme Fatale, der Pseudopunk mit perfektem Haar. Mark Gmehling entlarft das Seelenleben trendiger Menschen und macht es vermarktbar, wie Alles, aus dem sich ihre Identität zusammen setzt.
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