Berliner Fahrradschau – Rückblick

Am vergangenen Wochenende fand die Berliner Fahrradschau in der Station am Gleisdreieck statt. Fünf Sektionen – Ambition!, Urban Lifestyle, Handmade, Velo Couture®, Travel & Train und e-mobility präsentierten für jeden etwas. Klar ist, das Fahrräder und alles Drumherum mittlerweile mehr sind, als pure Fortbewegungsmittel. Es hat sich eine eigenständige Kultur entwickelt, die den zugehackten Fixedgearhipster und die Dame vom Prenzlauer Berg gleichermaßen anspricht.

U-LOCK Justice Crew
U-LOCK Justice Crew – kein Club ’ne Gang

Hier sind ein paar unserer Highlights:

(1) Mo von Keirin Berlin mit seiner Tack Sling bag von SSCY, (2) außerdem präsentierte er den Prototypen vom Titanium Omnium Cargo, (3) der entspannte 12,5 KG wiegt

Bagjack war natürlich auch vor Ort.

Bagjack

Dustin von cicli-berlinetta hat eine unfassbare Sammlung von Vintage-Rennrädern, einige davon wurden ausgestellt:

Maßgefertigte Reiseräder bieten die Jungs von Fern an. Zehntausende Kilometer im Sattel auf Touren in der ganzen Welt, machen sie zu ausgesprochenen Experten.

Fein

Unsere Freunde von Rad Race waren natürlich auch mit einem Stand vertreten und haben u.a. das Rad Race./. IRIEDAILY  Fahrradtrikot präsentiert, welches ab sofort exklusiv bei Rad Race unter bit.ly/RADRACExIRIEDAILY zu kaufen gibt.
Am Eröffnungsabend der Berliner Fahrradschau konnte sich bei der Rad Race Battle auf 150 Meter gemessen werden. Mann gegen Mann und Frau gegen Frau auf ca. 150 Metern. Als Sieger der Battle gingen Max Höflich vom Team FixedPott und Johanna Jahnke (O!) hervor!
Rad Race wäre nicht Rad Race, wenn sie nicht am darauffolgenden Tag gleich noch eine weitere Rennserie veranstaltet hätten – das ultimative „Last Standing Man/Woman“ Rennen. Es ging ab auf die Kartbahn in Neukölln, die schon letztes Jahr der Austragungsort dieses ganz besonderen Rennen war. Die Grundidee, ein Rennen auf einer Kartbahn zu machen, kam damals von Stefan von 8bar Bikes aus Berlin, der auch aktiv & erfolgreich an Rennen teilnimmt und mit die schönsten Räder der Stadt baut. Die Halle war gefüllt mit Fahrern und Zuschauern aus ganz Europa sowie einer ganz großartigen Energie, mit der man wahrscheinlich den Strom für eine ganze Stadt hätte erzeugen können! 😉
Nach tausenden Runden und einigen Stürzen konnten dann Augusto Reati (Supernova Bikes)
und Marion Dzwinik (Radsportgruppe Ungemütlich) jeweils den 1.Platz für sich gewinnen!
Gratulation an dieser Stelle und eine ausführliche Recap mit großartigen Bildern ist hier zu finden: RECAP LAST MAN/WOMAN STANDING 21.03.2015 BERLIN

Im Rahmen der von Rad Race veranstalteten Rennen hatten wir noch die Möglichkeit Teammanger Paul vom Team Fixedpott, dem die von uns neuerdings supportete Maria Jatkovics  auch angehört, ein paar Fragen zu stellen:

„Woher kommt die Affinität zur starren Nabe?

Ich denke es ist die puristische Art Rad zu fahren. Man muss stetig treten, hat keine Gänge, keine Bremsen und muss immer sehr vorausschauend sein. Was die Wartungsarmut und den Stadtverkehr betrifft, gibts nichts besseres als ein Bahnrad, möchte man aber z.B. Berge fahren, kann das Rad zu einer echten Herausforderung (oder Hassobjekt) werden.

Wie hat es mit Fixedpott angefangen, wann und warum saßen die jeweiligen Mitglieder zum ersten Mal auf einem Bahnrad?

Angefangen haben wir zu 3 mit einem T-Shirt. Dass wir irgendwann ein Rennteam werden würden hat keiner wirklich gedacht. Mittlerweile sind wir zu neunt und aus den unterschiedlichsten Gründen zum fixed gear fahren gekommen. Manche sind Kuriere, manche kommen vom Radsport, andere wiederum suchten ursprünglich nur einen sportlichen Ausgleich. Egal aus welchem Grund wir letztendlich fixed fahren, was uns ausmacht ist unsere Freundschaft, unser gemeinsames Hobby und unser Biss (ob im Rennen oder am Glas)!

Was macht den Reiz aus, ohne Pause kurbeln zu müssen? Ist das nicht eigentlich „schwachsinnig“?

Na klar ist das schwachsinnig, aber das macht es ja aus! Wir sind durch Europa gereist um an Rennen teilzunehmen, bei denen andere die Favoriten waren. Einige haben wir gewinnen können, andere wiederum nicht! Wir haben so viele großartige Leute kennen gelernt und weltweit Freundschaften geknüpft. Rennradsport wirkt doch eher zugeknöpft und spießig in Deutschland und ich glaube kaum dass wir so viele tolle Erfahrungen mit nem Renner hätten machen können. Nicht weil es nicht möglich wäre, sondern weil die weltweite Fixed Gear Szene eine große und großartige Familie ist, die trotz Competition auf Freundschaft und Spaß baut.

Wie ist dieser Sport überhaupt entstanden? Ich kannte bis vor kurzem nur Alleycats.

Criterium Rennen kommen aus dem Rennradsport. Kurze rundenbasierte Rennen auf einem vorgegebenen Rundkurs. Das erste und gleichzeitig wichtigste ist das Red Hook Crit. Das erste Mal mitgemacht haben wir 2013 und Stefan hat direkt einen ziemlich guten Platz belegt. Seitdem trainieren wir alle für eben dieses Rennen. Seit 2014 gibt es auch endlich eine Frauenwertung.

Maria ist die einzige Frau in eurem Team und sie ist nicht aus´m Pott, Wie ist sie zu euch gekommen, was bedeutet sie für´s Team und wie bewertetest du die Situation für Frauen im Fixedsport allgemein?

Wie bereits erwähnt, es gibt seit 2014 eine Frauenwertung im Red Hook Crit und auch andere  wie z.B. Rad Race veranstalten separate Frauenrennen. Wir haben im letzten Jahr überlegt, ob wir nicht eine Frau ins Rennen schicken wollen. Maria hat sich mehr als gut für unser Team geeignet, also haben wir sie gefragt. Sie ist cool, sie ist schnell und sie hat das Herz auf der Zunge. Dass sie nicht aus dem Pott kommt, war nicht wirklich wichtig. Frauen haben es wesentlich schwerer als Männer im Fixedsport. Die Zahl der Rennfahrerinnen ist sehr überschaubar und oftmals kommt es zu keinem separaten Frauenrennen, weil es einfach nicht genug weibliche Anmelderinnen gibt. Ich würde mir für Maria und alle anderen Fixed Fahrerinnen wünschen, dass sich mehr Mädels trauen würden bei Crit Rennen mitzumachen!

Danke für deine Zeit, Paul!