LORD SHED x IRIEDAILY | Crunchy Trains Tee

Werbung wie diese gibt es überall. In knalligen bunten Farben wird für „Lord Shed’s Crunchy Trains“ geworben. Es handelt sich hierbei scheinbar eine neue Cerealien Sorte, die sich an Kinder richtet. Einige Passanten laufen vorbei, werfen einen kurzen Blick auf das Plakat. Diejenigen, die genauer hinsehen, sind kurz irritiert, fangen nach kurzer Zeit an zu schmunzeln. Die Sprühdose und die Züge lassen auf den zweiten Blick erkennen, das hier keine echte Frühstücksalternative beworben wird.

Zwar erscheint das Design im ersten Moment identisch mit den Werbekampagnen anderer Müsli Hersteller, doch die Details verraten, dass es sich hier um einen Form von Adbusting handelt. Adbusting besteht aus Werbeplakaten, die verfremdet oder neu gestaltet werden, um Botschaften zu verbreiten oder den ursprünglichen Sinn lächerlich zu machen. SHED hat hier sogar eine Werbekampagne für ein Produkt ins Leben gerufen, was es gar nicht gibt! Du wirst die Cerealien leider in keinem Supermarkt finden, dafür aber als exklusive Artwork auf einem T-Shirt bei uns!

Der Urheber von „Lord Shed’s Crunchy Trains“ ist Erich Willner aka LORD SHED. Er bezeichnet sich als Urban-Artist und wurde 1980 in Linz geboren. Dort begann er mit 13 Jahren – inspiriert von einem Graffiti Workshop – zu sprühen. Seine Liebe zur Farbe führte ihn von einer Lehre als Farbfachverkäufer weiter zu einem Kunstgeschichtsstudium, welches er mit mit einer Magisterarbeit über den österreichischen Künstler Fritz Aigner abschloß

2018 begann er mit dem Adbusting. Sein Ziel ist es, die Betrachtenden in die Irre zu führen und kritischer mit seinem Umfeld umzugehen. Und so gestaltet er seit 2018 Murals und Plakate, die einer Werbung gleich sehen. „Lord Shed’s Crunchy Trains“ ist nur eines von vielen Motiven die hierbei entstanden sind.

Wie ist die „Crunchy Trains“ Kampagne entstanden?

2018 habe ich mit dem Kollektiv „Die Schule des Ungehorsams“ zusammengesessen und wir sprachen über ein Projekt, bei dem wir Künstler ermutigen wollten, Fake-Werbung für Plakatwände zu kreieren. Leider kam das Projekt nie zustande und es blieb nur eine Vision, die ich über ein Jahr habe liegen lassen. Die Idee hat mich aber nicht losgelassen und dann habe ich sie einfach weitergesponnen und zu meinem persönlichen Auftrag gemacht. Ich wollte jedoch kein Werbeplakat und Werbespot, sondern es sollte eine gesprühte Großfassade werden. In Zusammenarbeit mit der KU-Linz habe ich eine eine Fläche Angeworben, die gut 200 Quadratmeter groß ist. Dieser Plan wurden jedoch durch die Absage eines städtischen Hausbesitzers durchkreuzt und dann schwänkte ich um zur alten Vision – den Werbeplakaten!

Ich habe mir dann stundenlang Frühstückspackungen im Laden oder Internet angesehen und versucht das Style-Konzept zu verstehen. Das Konzept habe ich dann mit klaren Anweisungen an meine Grafikerfreunde weitergegeben. 

Wovon lässt du dich inspirieren?

Am besten sind neue Ansichten, die man bei ein paar Bier mit guten Freunden, die nichts mit Graffiti-Kunst zu tun haben, bekommt. Da werden um 2 Uhr Früh oft echt gute Denkansätze gebracht.

Wo und wie kannst du am besten arbeiten?

Am liebsten allein und ich male Aufträge gern in der Nacht. Beim Graffiti-Writing, in der Hall, am besten mit meinen Crew-Freunden, mit Spaß und ein paar Bier. Für Großaufträge habe ich gute Freunde/Kollegen die mich unterstützen.

Was war eines deiner Lieblingsprojekte und auf welche kommenden Projekte freust du dich?

Ich hatte die Ehre mit dem berühmten Karikaturisten Gerhard Haderer zu arbeiten. Und es freute mich, dass er mir für die Umsetzung vollstes Vertrauen schenkte. Im Moment sitze ich in einer riesigen Boxhalle, die von mir besprüht wird. Es ist mein ehemaliger Boxclub, in dem ich 9 Jahre im Ring stand. Es ist jetzt 6Uhr morgens und ich schreibe diese Zeilen. Hinter mir habe ich gerade eine größere Wand, die fast fertig ist.

Making of Lord Shed’s crunchy trains

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=jMNY3qZMYDw

Mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten, tot oder lebendig?

CHINTZ und RUZD (R.I.P)

Wie hat sich die Corona Pandemie auf deinen Alltag als Künstler ausgewirkt?

Ziemlich stark. Grade am Anfang im Jahr 2020 konnte kein Mensch mit der Situation umgehen. 70-80% der Kunden sind mir abgesprungen. Inzwischen in 2021 hat sich das wieder komplett geändert. Die Krise ist zwar noch da, aber ich bin sehr gut Ausgebucht.

Danksagung von SHED an: Sarah Perndorfer, FUCKHEAD, KRONOSMEDIA und HOMBRE (Danke für Dein Verständtnis)

Lord Shed’s crunchy trains cereals commercial

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Rfjnj9QiKqA
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